Zwischen "never surrender" und "licence to ill" liegt alles was ich weiß und alles was ich will...
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siehe: Die Frage, ob es einen Gott gibt - Bertolt Brecht

Mir als (bis jetzt zumindest) überzeugte Agnostikerin war es die ganze Zeit ziemlich gleichgültig, ob es einen Gott gibt. Man kann doch auch so gut leben, ohne einen Gott, ohne, dass man an etwas glaubt. Beziehungsweise will man vielleicht an etwas glauben, aber man kann es nicht, es ist gegen alles, was man je gelernt hat; es widerspricht jeglichen Naturwissenschaften. Also warum an einen Gott glauben, an etwas, das es vermutlich nicht gibt oder das dir zumindest niemand beweisen kann. Physikalische Gesetze, Biologische Gegebenheiten, Technische Innovationen... die kann man beweisen, die kann man anschauen, an die kann man glauben. Warum sich die Mühe machen, die Ungewissheit eingehen, dass man eventuell an etwas glaubt, das nicht existiert?
Aber je mehr ich mich damit beschäftigt habe, desto klarer ist mir geworden, dass das völlig irrelevant ist. Man darf sich nciht fragen, glaube ich an einen Gott? Gibt es einen Gott? Nein, die einzige Frage, die man sich stellen muss, ist: An was glaube ich, wie definiere ich meinen Gott?
Gott muss doch nicht zwingend auf irgendeiner Wolke sitzen, von dort aus auf uns alle herabschauen und alles schön hier unten lenken. Es ist völlig unerheblich, ob da ein wirkliches Wesen ist, das die Welt und die Menschen erschaffen hat. Diese Vorstellungen sind ja sowieso größtenteils überholt.
"Gott" kann sich doch auch einfach aus christlichen Werten, Moralvorstellungen, Prinzipien zusammen setzen. Warum muss er unbedingt personifiziert werden?
Die meisten Menschen sehen ja mittlerweile schon ein, dass man die Geschichten als der Bibel eben nicht als wahr und historisch belegbar nehmen sollte. Sie sind wie Märchen, historische Hintergründe stimmen, aber ansonsten sollen sie die Menschen zum Nachdenken, zum Handeln und zum Lernen anregen. Und christliche Werte sind ja nun auf keinen Fall schlecht, das wird wohl auch niemand bestreiten.
Und genau so sollte man meiner Meinung nach auch die ganze Geschichte mit der Auferstehung etc sehen. Ist es wirklich wichtig, ob da wirklich Jesus mitsamt seinem ganzen Körper auferstanden ist und jetzt zur Rechten Gottes sitzt?
Auferstehung, ewiges Leben. Man könnte es auch so sehen, wie im Judentum, nämlich, dass ein Mensch weiter lebt, solange sein Name nicht in Vergessenheit gerät. Und man könnte sogar noch weiter gehen und sagen, so lange das Wirken eines Menschen noch spürbar ist, lebt dieser weiter.
Denn wer sich an christliche Werte hält, übt unweigerlich eine große Kraft, großen Eindruck auf seine Mitmenschen aus. Und wem Gutes widerfährt, der gibt dies auch weiter. Wer gut behandelt wird, handelt selbst viel bewusster. Und somit wird das Wirken eines Einzelnen über Generationen hinweg weiter getragen. Es gibt sie, die Kräfte, die über den Tod hinaus währen, die es vermögen, Menschen zu verändern.
Ich habe nie verstanden, wie man Religionen so ernst nehmen, so verbissen ausüben kann, dass sie das Leben einschränken. Religion sollte das Leben doch bereichern. Allerdings glaube ich auch, dass sich oft hinter diesen Einschränkungen echte Ängste verbergen. Ganz tief drin, wahrscheinlich weiß es der Betroffene nicht einmal selbst. Man hat so viel Angst vor etwas, dass man es sich selbst verbietet und da "Gott" ja nur das beste für einen will, verbietet er es auch.
Die Frage ist nur, wenn man sich selbst seinen Gott definiert, an christliche Werte glaubt und sich in seinem Leben nciht einschränken lässt, ist das noch der christliche Glaube? Reicht es, dass man die Botschaft an sich für gut heißt und auch einigermaßen demnach leben möchte oder muss man alles im Glaubenbekenntnis erwähnte verinnerlicht haben, glauben? Wenn es nicht reicht, wenn man dann kein richtiger Christ ist, was ist man dann? Wenn Religionen das Leben bereichern sollen, dann müsste es eigentlich auch in Ordnung sein, wenn man sie für sich selbst definieren kann...
Das muss unbedingt noch recherchiert werden.
4.5.06 18:16
 


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