Zwischen "never surrender" und "licence to ill" liegt alles was ich weiß und alles was ich will...
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Look out, the world's destroying you...

Warum ist es so schwer, eine Entscheidung zu fällen, wenn beide Entscheidungsmöglichkeiten auf jeden Fall die falsche Wahl sein werden? Müsste es dann nicht eigentlich egal sein, weil man sich im Nachhinein sowieso über seine Wahl ärgert und sich wünscht, sich anders entschieden zu haben? Aber irgendwie ist es nicht egal. Der Unterschied zwischen dem Leiden auf Grund einer vielleicht verpassten Chance ist eben nicht gleich das Leiden auf Grund dessen, dass man die Möglichkeit der Chance eingegangen ist und sich die Hoffnungen aber nicht einmal annähernd erfüllt haben. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, welches Leiden das schlimmere ist.
Das erste ist auf jeden Fall das länger währende, vielleicht kann man sich die verpasste Chance niemals vollkommen verzeihen. Vielleicht denkt man in 10 Jahren noch daran und bereut die Entscheidung und jedes Mal, bei jedem Gedanken daran, ist der Schmerz wieder da.
Die zweite Form ist hingegen sicherlich das intensivere, der augenblickliche, tiefe Schmerz des Verlustes, und sei es nur der Verlust von etwas, das man nie besessen hat.
Komischerweise oder vielleicht auch natürlicherweise neigt der Mensch bzw in diesem Fall ich, dazu, die größtmögliche Form des Schmerzes der langwährenden vorzuziehen. Lieber in den Kampf gehen und mit erhobenem Schwert fallen, in den Abgrund gerissen werden, als schon vorher die weiße Flagge zu hissen. Sich vollkommen auf einen Weg einlassen, der zu nahezu 100% in die Selbstzerstörung führt, als auf die Vernunft zu hören und still, langsam, aber vielleicht mit einem wenigstens einigermaßen intakten Herz zu leiden. Sich, wie Nietzsche es ausdrücken würde, dem Dionysischen weihen, genau wissend, dass es unweigerlich zu einem schmerzvollen Ende führen wird, und das Apollinische hinter sich lassen. Allein, dass man so einen pathetischen Text verfasst, zeigt diese Entscheidung schon.
Leider, ich werde sie bereuen.
29.6.06 01:55


Heute: die schönsten Zitate aus...

...Der Tod in Venedig

"Am Vollkommenen zu ruhen, ist die Sehnsucht dessen, der sich um das Vortreffliche müht; und ist nicht das Nichts eine Form des Vollkommenen?" (S.60)

"Denn die Schönheit, mein Phaidros, nur sie, ist liebenswürdig und sichtbar zugleich: sie ist, merke das wohl! die einzige Form des Geistigen, welche wir sinnlich empfangen, sinnlich ertragen können. Oder was würde aus uns, wenn das Göttliche sonst, wenn Vernunft und Tugend und Wahrheit uns sinnlich erscheinen wollten? Würden wir nicht vergehen und verbrennen vor Liebe, wie Semele einstmals vor Zeus? So ist die Schönheit der Weg des Fühlenden zum Geiste, - nur der Weg, ein Mittel nur, kleiner Phaidros..." (S.86)

"Glück des Schriftstellers ist der Gedanke, der ganz Gefühl, ist das Gefühl, das ganz Gedanke zu werden vermag." (S.86)

"Seltsamer, heikler ist nichts als das Verhältnis von Menschen, die sich nur mit den Augen kennen, - die täglich, ja stündlich einander begegnen, beobachten und dabei den Schein gleichgültiger Fremdheit grußlos und wortlos aufrecht zu halten durch Sittenzwang oder eigene Grille genötigt sind. Zwischen ihnen ist Unruhe und überreizte Neugier, die Hysterie eines unbefriedigten, unnatäürlich unterdrückten Erkenntnis- und Austauschbedürfnisses und namentlich auch eine Art von gespannter Achtung. Denn der Mensch liebt und ehrt den Menschen, solange er ihn nicht zu beurteilen vermag, und die Sehnsucht ist ein Erzeugnis mangelhafter Erkenntnis." (S.93f)

"Denn der Leidenschaft ist, gleich dem Verbrechen, die gesicherte Ordnung und Wohlfahrt des Alltags nicht gemäß, und jede Lockerung des bürgerlichen Gefüges, jede Verwirrung und Heimsuchung der Welt muss ihr willkommen sein, weil sie ihren Vorteil dabei zu finden unbestimmt hoffen kann." (S.100)

vgl. Thomas Mann, Der Tod in Venedig, Fischer Taschenbuch Verlag

Dem ist eindeutig nicht viel hinzu zu fügen. Wer diese Sätze lesen kann und danach nicht zugeben muss, dass sie perfekt, vollkommen, wunderschön sind, den werde ich wohl nie verstehen. Das sind Sätze, an denen man sich einfach nur erfreuen kann, und zwar jedes mal wieder, Sätze, die so berauschend sind, dass ich nie auch nur annähernd etwas dieser Genialität werde schreiben können.
13.6.06 21:25


Vergiss Romeo und Julia... wann gibts Abendbrot? Willst du wirklich tauschen? Am Ende warn sie tot..

Dieses Wetter bringt einen ganz offensichtlich auf komische Gedanken und wenn es noch weiter in dem jetzigen Zustand verweilt, dann kann man mich im Frühling nächsten Jahres in Portugal anfinden, wo ich auf einem Biobauernhof Datteln ernte. Das kommt nämlich dabei heraus, wenn ich abwechselnd Bücher fürs mündliche lese und im Internet nach Beschäftigungsmöglichkeiten suche für wenn ich wieder aus Senegal da bin... Also eigentlich gefällt mir die Idee sogar schon recht gut aber ich wollte doch lieber nach Italien oder Ungarn. Nur da gibt es anscheinend keine ökologischen Projekte, die gerne von mir unterstützt würden. Ich bin nämlich zu dem Entschluss gekommen, dass nachdem das in Senegal ein soziales Projekt ist, danach etwas anderes dran sein muss, vornehmlich nun eben ein ökologisches. Man kann auch in Afrika Heilkräuter anpflanzen oder in Island Wale beobachten. Das hört sich doch alles sehr verlockend an, am liebsten würde ich alles machen. Aber dazu reicht die Zeit dann doch nciht weil mehr als ein Jahr Pause muss irgendwie nciht sein. Obwohl, falls ich noch etwas entdecke, das ich unbedingt machen möchte, warum nicht? Ich mag mich nicht in diese hektische Gesellschaft einordnen, in der es ein Desaster ist, wenn man eine "Lücke" im Lebenslauf hat und man am besten zielstrebig ein einziges berufliches Ziel verfolgen sollte. Darauf hab ich keine Lust, und ganz zu schweigen davon, habe ich auch kein Ziel. Aber warum muss es auch immer so ein von allen anerkanntes Ziel sein? Warum kann mein Ziel nicht sein, alles zu tun, was ich nuneinmal gerade tun möchte und wenn ich jetzt gerne erst einmal weg möchte, neue Sprachen lernen vielleicht und meine Zeit mal mit etwas anderem verbringen möchte, warum nicht? Ich lass mir das nicht nehmen weil es ist doch wirklich so, wenn man es jetzt nicht macht, macht man es letztendlich nie und dann bin ich irgendwann so ein verbitterter Mensch, der das Gefühl hat, nie wirklich das getan zu haben, was er wirklich wollte, nie wirklich "gelebt" hat. Obwohl es natürlich auch irgendwie Unsinn ist, dass man solche Dinge später nicht mehr machen kann, aber letztendlich läuft es leider doch darauf hinaus.
Und ich möchte auf keinen Fall noch einmal irgendwelche Chancen ungenutzt vorbei ziehen lassen, denn das ist schon oft genug geschehen. Wie viel habe ich schon wirklich aus der Schule mit genommen? Nicht genug vermutlich. In der Schule wird einem das Wissen auf einem Silbertablett serviert, man muss nahezu ncihts dafür tun und die wenigsten Menschen wissen das zu schätzen, mich eingschlossen. Es wurde uns serviert und fast niemand hat es so angenommen, wie es angebracht gewesen wäre. Nie wieder bekommt man so eine breit gefächerte Menge an interessanten Dingen einfach so vorgelegt, angeboten. Schade, dass einem dies erst während der nostalgischen Gefühlsphase (fast) nach dem Abi bewusst wird, wenn es sowieso zu spät ist. Beziehungsweise was heißt zu spät, es ist nie zu spät und genau deswegen gehe ich jetzt wieder an meine Bücher, ich muss doch meinen momentanen Stand von einem Buch pro Tag beibehalten.
3.6.06 13:24


Niemand, der böse ist, ist dabei wirklich glücklich (versteckter Satz Nr. 2)

So, jetzt sind wir fertig, ganz offiziell. 9 Tage durchgehende Arbeit hat sich schon ausgezahlt, da bin ich mir sicher. Ich liebe unsere Abizeitung, ich bin ein Fan jeder einzelnen Seite und ich bin unsagbar traurig, dass jetzt alles vorbei ist. Diese paar Tage Reflektion der letzten 2 Jahre von verschiedenen Standpunkten aus und vor allem mit Menschen, die ich vorher nicht wirklich gut kannte, haben einiges an meinem Bild der Schule, der Schulzeit und speziell unserer Oberstufenzeit geändert.
Ich sehe einiges anders als noch vor ein paar Wochen, doch im Nachhinein kann man natürlich nichts mehr ändern und es lohnt sich auch nicht, sich dann jetzt noch über vergangene Chancen Gedanken zu machen. Aber es lohnt sich allemal, jetzt noch das beste aus der Situation bzw aus den entstandenen Situationen zu machen und wenigstens etwas daraus zu lernen.
28.5.06 23:13


siehe: Die Frage, ob es einen Gott gibt - Bertolt Brecht

Mir als (bis jetzt zumindest) überzeugte Agnostikerin war es die ganze Zeit ziemlich gleichgültig, ob es einen Gott gibt. Man kann doch auch so gut leben, ohne einen Gott, ohne, dass man an etwas glaubt. Beziehungsweise will man vielleicht an etwas glauben, aber man kann es nicht, es ist gegen alles, was man je gelernt hat; es widerspricht jeglichen Naturwissenschaften. Also warum an einen Gott glauben, an etwas, das es vermutlich nicht gibt oder das dir zumindest niemand beweisen kann. Physikalische Gesetze, Biologische Gegebenheiten, Technische Innovationen... die kann man beweisen, die kann man anschauen, an die kann man glauben. Warum sich die Mühe machen, die Ungewissheit eingehen, dass man eventuell an etwas glaubt, das nicht existiert?
Aber je mehr ich mich damit beschäftigt habe, desto klarer ist mir geworden, dass das völlig irrelevant ist. Man darf sich nciht fragen, glaube ich an einen Gott? Gibt es einen Gott? Nein, die einzige Frage, die man sich stellen muss, ist: An was glaube ich, wie definiere ich meinen Gott?
Gott muss doch nicht zwingend auf irgendeiner Wolke sitzen, von dort aus auf uns alle herabschauen und alles schön hier unten lenken. Es ist völlig unerheblich, ob da ein wirkliches Wesen ist, das die Welt und die Menschen erschaffen hat. Diese Vorstellungen sind ja sowieso größtenteils überholt.
"Gott" kann sich doch auch einfach aus christlichen Werten, Moralvorstellungen, Prinzipien zusammen setzen. Warum muss er unbedingt personifiziert werden?
Die meisten Menschen sehen ja mittlerweile schon ein, dass man die Geschichten als der Bibel eben nicht als wahr und historisch belegbar nehmen sollte. Sie sind wie Märchen, historische Hintergründe stimmen, aber ansonsten sollen sie die Menschen zum Nachdenken, zum Handeln und zum Lernen anregen. Und christliche Werte sind ja nun auf keinen Fall schlecht, das wird wohl auch niemand bestreiten.
Und genau so sollte man meiner Meinung nach auch die ganze Geschichte mit der Auferstehung etc sehen. Ist es wirklich wichtig, ob da wirklich Jesus mitsamt seinem ganzen Körper auferstanden ist und jetzt zur Rechten Gottes sitzt?
Auferstehung, ewiges Leben. Man könnte es auch so sehen, wie im Judentum, nämlich, dass ein Mensch weiter lebt, solange sein Name nicht in Vergessenheit gerät. Und man könnte sogar noch weiter gehen und sagen, so lange das Wirken eines Menschen noch spürbar ist, lebt dieser weiter.
Denn wer sich an christliche Werte hält, übt unweigerlich eine große Kraft, großen Eindruck auf seine Mitmenschen aus. Und wem Gutes widerfährt, der gibt dies auch weiter. Wer gut behandelt wird, handelt selbst viel bewusster. Und somit wird das Wirken eines Einzelnen über Generationen hinweg weiter getragen. Es gibt sie, die Kräfte, die über den Tod hinaus währen, die es vermögen, Menschen zu verändern.
Ich habe nie verstanden, wie man Religionen so ernst nehmen, so verbissen ausüben kann, dass sie das Leben einschränken. Religion sollte das Leben doch bereichern. Allerdings glaube ich auch, dass sich oft hinter diesen Einschränkungen echte Ängste verbergen. Ganz tief drin, wahrscheinlich weiß es der Betroffene nicht einmal selbst. Man hat so viel Angst vor etwas, dass man es sich selbst verbietet und da "Gott" ja nur das beste für einen will, verbietet er es auch.
Die Frage ist nur, wenn man sich selbst seinen Gott definiert, an christliche Werte glaubt und sich in seinem Leben nciht einschränken lässt, ist das noch der christliche Glaube? Reicht es, dass man die Botschaft an sich für gut heißt und auch einigermaßen demnach leben möchte oder muss man alles im Glaubenbekenntnis erwähnte verinnerlicht haben, glauben? Wenn es nicht reicht, wenn man dann kein richtiger Christ ist, was ist man dann? Wenn Religionen das Leben bereichern sollen, dann müsste es eigentlich auch in Ordnung sein, wenn man sie für sich selbst definieren kann...
Das muss unbedingt noch recherchiert werden.
4.5.06 18:16


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